Burghausen – DFB-Pokal 1. Runde

Endlich.

  • Die Saison geht los
  • Wir erfahren vielleicht, wo wir stehen
  • Meine erste Fahrt als AWDK-Inhaber

Die Fortuna zurück in der Bundesliga. Der Verein hat das Motto

WIR SIND WIEDER DA

ausgerufen.

Für mich steht da Jahr unter dem Motto

    MIT FORTUNA DEUTSCHLAND KENNEN LERNEN  

Na ja, zumindest gilt das für ausgewählte Ziele, denn ich werde es, da wo es geht, mit einem touristischen Programm verbinden.

Los geht es mit der Auslosung zum Pokal. Zu den potentiellen Gegnern gab es ja auch Entfernungslisten. Und es kam, wie es kommen musste: Burghausen. Der am weitest mögliche entfernte Gegner ist unser erster Prüfstein in der Saison 2012/2013.

Also: zuerst mal im Internet nach Burghausen gesucht. Cool. An der österreichischen Grenze in Niederbayern. Da war ich noch nie. Also was ist besser, als meine Deutschland-Tour dort ausgiebig zu beginnen.

Als nächsten werden also die Transportmöglichkeiten gecheckt.

Es gibt zwei Flughäfen. München und Salzburg, jeweils ca. 1 bis 1,5  Stunden entfernt. Mit dem Zug ist es schon bedeutend länger und mit zahlreichem Umsteigen verbunden, denn es gibt weder nach München noch Salzburg direkt Verbindungen. Toll, zwischen München und Burghausen sogar teilweise nur Schienenersatzverkehr (Busse).

Also fällt die Entscheidung auf fliegen. Doch wann buchen. Der DFB braucht ja einige Zeit, um zu verkünden, ob wir Freitag, Samstag, Sonntag oder gar wieder am Montag spielen.

Deshalb reserviere ich erst mal zwei stornierbare Hotels in Salzburg und Burghausen und warte ab.

Nachdem dann der Sonntag Abend für uns vom DFB zugeteilt wurde, war mir klar, dass ich bis Montags bleibe.

Von Kollegen und Freunden lasse ich mir erklären, was es dort, in der mir völlig unbekannte Gegend, so alles zu besichtigen gibt.

Ich entscheide mich für den Chiemsee.

Der erste Tag – Vorfreude

Samstag früh geht es los. Mit dem Fortuna-Sponsor, leider nicht meinem,  fliege ich gen München, bekomme einen flotten Sportwagen und machen mich per Landstraße auf zum Chiemsee. Dem Navi sei Dank, kann ich das Routenprofil auf „schöne Strecke“ und „ohne Autobahn“ programmieren. Ich sehe also viele idyllische Orte auf dem Weg und lande urplötzlich im größten Touri-Trubel.

Japaner, Koreaner, sonstige Asiaten, Russen. Alle wollen sie nicht nur zum Chiemsee, sondern auch noch das Schloss von Ludwig II. auf der Insel Herrenchiemsee besichtigen.

Innerhalb von 15 Minuten werden die Tourimassen mit „Edeltraud“, einem der Chiemsee-Schiffe rübergefahren – vorbei an Segelschiffen, Kanu-, Schlauch- und Trettboten sowie unzähligen Badenden, denn es ist das heißestes Wochenende des Jahres. Hübsch ist es hier nun wirklich, gerade mit den Bergen im Hintergrund.

Auf der Insel angekommen, benehme ich mich japanisch. Flott zum Ticketschalter und eine Führung gebucht. Es bleiben 40 Minuten, um dort anzukommen. Genug für eine gemütlichen Fußweg mit Fotostopps.

Auf der Insel angekommen, benehme ich mich japanisch. Flott zum Ticketschalter und eine Führung gebucht. Es bleiben 40 Minuten, um dort anzukommen. Genug für eine gemütlichen Fußweg mit Fotostopps.

Ich bin überrascht, wie groß die Insel ist. Es gibt sogar einige Hügel, einen großen Wald und eine Wildpferde-Herde.

Vor’m Schloß die nächste Überraschung. Riesige Brunnen mit Wasserspielen. Wow.

Schnell geht es zum Eingang und da sehe ich bereits TV-Infotafeln wie am Flughafen. Die zeigen den Beginn der nächsten Führung im 5 Minuten-Takt an, die Sprache der Führung und das Gate, an, nein, in dem man sich einfinden muss.  Nur das die Gates dort tatsächlich abgeschottete Gatter sind. Also stelle ich mich brav an, schiebe mein Ticket in den Bar-Code-Scanner, bin erfreut, eine grüne Lampe leuchtet. Ich bin erleichtert, bei einigen Personen vor mir klappte die Technik nämlich nicht reibungslos, gehe durch das Drehkreuz  und warte nun  in meinem „Gatter“, darauf, das ein Viehtreiber, im Volksmund „Guide“ genannt, uns rauslässt. Vorher sehe ich noch, wie englische, russische, slowenische und japanische Führungen aufgerufen werden.

Die Führung selbst ist kurz erzählt. Viel Mega-Pomp, eben soviel Bluff und eine Führerin, die ihre Texte emotionslos und desinteressiert runterleierte. Sie war vermutlich der erste Androide, der hier eingesetzt wurde.

Danach entscheide ich mir direkt für den Rückweg und fahre nun zu meinem Hotel in Burghausen. Das lag am südlichen Stadtrand auf einer Anhöhe, mit grandiosem Blick auf die weltlängste Burg. 1.051 Meter!
Die offizielle Original-Urkunde vom „Guinness Book of Records“ hing übrigens vitrinengesichert in meinem Hotel.

Dort gab es im Hotel-eigenen Open-Air-Amphitheater eine Aufführung des „Cabarett des Grauens“ (Link: http://www.cabaretdesgrauens.de/content/index.cfm/fuseaction/4,dsp,0,1,0,244,1,0,-produktionen-des-cabaret-des-grauens.html ) , die ich mir von der Restaurant-Terrasse bei einem vorzüglichen Menü mit gleichzeitigem Blick auf die Burg anschaute. BurgblickEin toller Abschluß des ersten Tages war das.

Sonntag – der Tag des Spiels und der heißeste Tag des Jahres

Das Spiel beginnt erst um 17:30 Uhr. Also stellte ich mich selbst vor die Wahl

a) lange schlafen, frühstücken und gammeln

b) in eines der Freibäder. Ein Spaßbad, direkt im Schatten der Wacker-Arena. Also quasi das Remake unseres Rheinstadion-Bades oder in das wunderschöne, unterhalb der Burg  in einem alten Salzach-Arm gelegene riesige Naturfreibad im gletscherblauem Wasser

c) mit dem Wagen ein wenig die Gegend erkunden, denn der Wagen hat ja Klimaanlage

d) eine Burgführung (11 oder 14 Uhr)

Die Wahl fiel auf die Burgführung um 11 Uhr.

Deshalb war ich wirklich schon gegen 9:15 Uhr beim Frühstück und entschied mich als erster Gast, das Frühstück und den Sommermorgen draußen auf der Terrasse mit Burgblick zu genießen. Es ist nur noch eine Familie im Frühstücksraum, die ich später noch kennenlernen werde.

Da sitze ich draußen und auf einmal höre ich von hinten den fröhlichen Gesang „Die Fortuna ist meine Verein ….“ und schon springt ein kleiner Stöpsel im Trikot der Saison 2010/2011 an mir vorbei. Ich stimme ein und singe weiter „… mein Herz das schlägt für Düsseldorf am Rhein. Olé, olé …“ während er zum 10m entfernten Sandkasten weiter rennt. Dort fängt er ganz unverhofft an, mir von dort aus etwas über seine Sandarchitektur zu erzählen.

Was bleibt mir also anderes übrig, als mich von meinem Tisch aus mit ihm zu unterhalten. Da „Stöpsel“ nicht viel Ausdauer haben, ist das aber flott vorbei. Er kommt zu mir rüber, wir stellen uns gegenseitig vor, plaudern ein wenig, erst über seine Sandbaupläne gestern und heute und dann rennt er plötzlich weg. Wieder „Die Fortuna ….“ singend.

Ich atme durch, stelle fest, das der Kaffee nur noch lauwarm ist. Also frischen Nachschub geholt. Tja, lange dauert es nicht, da höre ich ihn wieder singend ankommen. „Achzehnhundertfümmeneunzich … “ da bleibt mir nichts anderes übrig als mit „hey, hey“ zu antworten. Auf seinem weiteren Weg Richtung Sandkasten geht das so weiter. Dann habe ich mal etwas Ruhe – dachte ich.

Mittlerweile sitzt am Tisch neben mir eine etwas kauzige Österreicherin um die 60 mit ’nem komischen Hätschelköter im Schlepptau. Armes Tier. Nur vom beobachten war die Dame mir bereits am Abend vorher und auch jetzt wieder suspekt bis unsympathisch.

Und was macht sie?

Nein. Hilfe!

Sie spricht mich an!

„Sie haben aber einen netten Sohn. So fröhlich und wohlerzogen.“

Na super. Gerade mir sagt man das. Dennoch kläre ich sie freundlichst auf, das das mir ein zugelaufener Fortuna-Zögling eines anderen Gastes ist.  Bevor das Gespräch mit ihr zu intensiv wird, schützt mich der Zufall und es taucht der Vater auf. Er erzählt mir, daß er in der Nähe von Stuttgart wohnt (fast bei meiner Firma, zu der ich immer wieder hin muss) und sowohl eine Heim-DK als auch die Auswärtsdauerkarte hat. Ich bin platt. Nun ja, daraus ergibt sich ja schnell Gesprächsstoff. Der Junior gesellt sich immer wieder dazu, kommentiert einiges und ist wieder weg.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es nur noch eine halbe Stunde bis zur Burgführung ist. Also, schnell bis zum Spiel verabschiedet und dann sause ich auch schon Richtung „längste Burg der Welt“.

Ich habe es kaum anders erwartet. Von 13 Leuten, die an der Führung teilnehmen, tragen 6 schon Fortuna-Fan-Kleidung. Ich allerdings noch nicht.

Details der Führung erspare ich euch, aber ich muss sagen, es ist absolut lohnenswert. Die Burg ist wirklich riesig, hat eine sensationelle Lage mit phantastischen Ausblicken und ist auch heute noch von normalen Menschen bewohnt. Somit ist alles tip-top in Schuß und wirklich idyllisch.

Nur noch ein Wort über unsere Burg-Führerin. Ein krasserer Gegensatz als zu der Androiden-Prototypin vom gestrigen Tag in Schloß Herrenchiemsee kann es garnicht mehr geben. Hier erwartete uns eine rassige, rothaarige, propper geformte Endvierzigerin, die in traditioneller Kleidung einer Marketenderin erschien.

Fortunen und Erika

Die Führerin, Erika, war echt spitze. Ständig lockere, lustige Anekdoten auf den Lippen, dann trug sie einige kuriose Utensilien, wie Krummesser und ähnliches, zeigte uns diese und erzählte dazugehörige schaurige Geschichten. Nur kurz zum Messer. Damit wurden Finger von Toten, die am Wegesrand lagen, abgeschnitten, denn man/Frau nahm sich nicht die Zeit, Ringe in Ruhe abzufriemeln.

Nach knapp zwei extrem kurzweiligen Stunden, war es vorbei. Ich gönnte mir noch im Schatten des Burgrestaurants einen vorzüglichen Salat, ein lokales Bier und die Aussicht auf das Salzach-Freibad. Der Blick alleine war schon erfrischend.

… Ausflug in die Stadt … Block42 … Mannschaftshotel

Die Altstadt, unten an der Salzach gelegen, habe ich bisher nur von der Burg aus gesehen. Also mache ich noch flink einen Abstecher dahin. Mal wieder bin ich erstaunt, was es dort für einen wunderschönen, großen Stadtplatz gibt, der ausschließlich mit historischen Häusern umrahmt ist. Nachdem ich mir direkt an der ersten Eisdiele ein großes Hörnchen gönne und mich im Schatten niederlasse, höre ich von anderer Stelle des Platzes einen ganzen Chor Fortuna-Fangesänge. Nun bin ich neugierig wer schon da ist. Es sind die Mitfahrer des Block 42- und der SCD-Busse. Ich grüße kurz und gehe weiter Richtung Salzach. Dort auf der anderen, der österreichischen Seite, ist noch ein Hotel.

Und was sehe ich dort? Ja, genau. Unseren, den neuen, den schönen, den F95-Bus.

Manschaftsbus mit Salzach

Mannschaftsbus mit Salzach

Von den Jungs allerdings keine Spur. Von der Grenzbrücke aus gucke ich mir das Treiben auf der gletscher-hellblau strahlenden Salzach kurz an. Ein paar Kanuten paddeln  vorbei und ein großes Party-Floß mit fröhlichen Gesellen treibt ebenfalls die Salzach runter.

So, jetzt wird es aber Zeit. Ich fahre wieder rüber zum Hotel. Angekommen, ca. 15 Uhr, bin ich überrascht, dass dort so viele Wagen mit Wacker-Aufklebern stehen. Am Eingang renne ich dann auch noch fast einen knackigen Kerl  mit Wacker-Kleidung um.

Am nächsten Morgen erfuhr ich von der Chefin des Hauses, dass es vor einem Heimspiel für die Mannschaft von Wacker Burghausen traditionell in diesem Hotel immer ein Essensbuffet gibt. Da ich das nicht wusste, war ich auch nicht versucht, etwas am Buffet zu manipulieren.

So, jetzt schnell frisch gemacht, das Trikot angezogen, ein Taxi gerufen und rasch mit dem Taxi ins Stadion. Die Taxifahrerin ist genauso super freundlich, wie alle Menschen in Burghausen. Wir plaudern reichlich, aber nach knapp 10 Minuten durch die potthässliche Neustadt, setzt sie mich vor dem Gästeeingang ab.

Um 16 Uhr angekommen ist die Schlange an der Sicherheitskontrolle noch recht kurz. Aber die Niederbayern sind gründlich. Von vorne abgetastet. Umdrehen. Dasselbe von hinten. Und dann will der doch allen ernsten in mein Portemonnaie sehen, das ich zusammen mit dem Handy in der Hand halte. Ganz schön gründlich!

So erstmal orientieren. Das Stadion hat sogar ’ne Laufbahn. Das ist mittlerweile selten. Schön ist das Stadion aber nicht. Für uns ist eine gesamte Tribüne nur mit Stehplätzen. Kein Dach. Die Sonne brennt uns frontal, bei 38 Grad im Schatten, ins Gesicht. Das kann je eine tolle Hitzeschlacht werden.

Deshalb gehen viele nur kurz rauf, schauen sich die Tribüne an, befestigen ihre Banner und kommen wieder runter.

Provisorium und Schatten.

Dort stehen wir oder sitzen auf dem Boden im Schatten. Hauptsache keine direkte Sonne. Außerdem sind die Getränkepreise recht günstig.

Da schon einige Pokalspiele früher angepfiffen wurden, unterhalten wir uns bestens mit den Zwischenständen aus den anderen Städten. Nachdem ja am Samstag schon Hoffenheim vom AK Berlin verdientermaßen niedergerungen wurde, erfreut uns heute Wormatia Worms, die der Hertha zeigt, daß sie sich besser ausschließlich auf die Liga2 konzentrieren sollte.  Quasi live, mit vielen verfügbaren Handys, werden die Spiele von Münster gegen Bremen und erst recht von Aue gegen Eintracht Frankfurt via Ticker verfolgt. Nie vorher habe ich so großen Jubel und solche Freude über das Ergebnis anderer Mannschaften mit Fortuna-Fans teilen können. Ja, der Sieg von Aue gegen Frankfurt war schon ein höchst erfreulicher Auftakt.

Unser Spiel war zäh aber erfolgreich.

Den Verlauf und die Analysen kennt ihr ja.

Mannschaft nach dem Spiel.

40 Grad und eine Runde weiter

Ich hoffte, dass es nach dem 1:0 noch irgendwie ein anschließendes Treffen von Fortunen gab, die über Nacht in Burghausen blieben, aber davon bekam ich leider nichts mit. Deshalb verwöhnte ich mich anschließend nochmal im hervorragenden Hotelrestaurant und konnte somit glücklich ausgeschlafen den Abreisetag planen.

Montag

Um 16 Uhr muss ich am Münchener Flughafen sein, das ist die einzige Rahmenbedingung.

… Fortsetzung folgt … … Bilder auch …

  Klerikales Disneyland ...   ... entdeckt mit meinen atheistischen Augen.

Via Fortuna

Autor:

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