Hitzlsperger nimmt Dampf vom Kessel – Pressemitteilung der Queer Football Fanclubs

Seit Jahren interessiert sich die Presse in puncto Homophobie eigentlich nur für den ersten Profi- Fußballer, der sich zu seiner Homosexualiät bekennt. Nun ist er da.


Es wird Dampf vom Kessel genommen

Zum Coming-Out des früheren Fußball-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger im Interview der ZEIT erklärt Dirk Brüllau, Sprecher des Netzwerkes schwul-lesbischen Fanclubs Queer Football Fanclubs (QFF):

„Durch die enge Vernetzung mit den Fanszenen der jeweiligen Fußballvereine unserer Mitglieder wissen wir, dass die Kurven schon länger bereit sind. QFF ist der Ansicht, dass ein offen schwuler Profi- Fußballer weit weniger von den Fans zu befürchten hätte als gedacht wird. Dem Fan ist es wichtiger, dass sein Spieler das Tor trifft als zu erfahren, welche sexuelle Orientierung er hat. Mit Thomas Hitzlsperger hat sich ein von der Sportwelt akzeptierter Spieler geoutet, der intelligent genug scheint, den anzunehmenden Rummel unbeschadet zu überstehen. Bei einem Outing ist es eine Sache der Abwägung, was anstrengender ist: ein Leben lang Versteck zu spielen oder sich durch ein selbst bestimmtes Outing die Freiheit zu geben. Dass Thomas Hitzlsperger diesen Schritt erst nach seinem Karriereende machte, ist sicherlich aus der Unsicherheit erwachsen, wie die Welt darauf reagiert, denn es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Jedoch nimmt er viel Dampf vom Kessel, denn er wird nun der erste deutsche Spieler sein, der sich geoutet hat. Und damit kann er schon für junge Spieler eine Vorbildfunktion einnehmen.“

Queer Football Fanclubs (kurz: QFF) ist ein Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußball Fanklubs, die zur Fußball Weltmeisterschaft 2006 von den schwul-lesbischen Fanklubs aus Berlin, Stuttgart und Dortmund gegründet wurde. Die Vereinigung arbeitet unter anderem mit dem Bündnis aktiver Fußballfans, der FARE, der European Gay and Lesbian Federation und dem Deutschen Fußball Bund zusammen und ist Mitglied bei Football Supporters Europe (FSE). In den folgenden Jahren kamen immer mehr Fanklubs hinzu, die sich zu den Zielen des Netzwerkes bekennen. Zurzeit setzt sich QFF aus 22 deutschen und 3 Schweizer und einem Niederländischen Fußball Fanklubs zusammen. In ihnen sind ca. 1000 Mitglieder vertreten.

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