„Im Vordergrund steht die Fortuna”

Unser Mitglied Dirk Middeldorf wurde für den Halbangst-Blog zur queeren Menschen im Fußball und bei Fortuna interviewt.

WarmUp95 auf dem CSD Düsseldorf 2014

WarmUp95 auf dem CSD Düsseldorf 2014 mit Info-Pavillion und eigenem Bierwagen.

 

Homphobie im Fußball ist immer noch ein ernst zu nehmendes Problem. Auch wenn wir im Stadion inzwischen weit entfernt von den Zuständen früherer Zeiten sind, haben es Fangruppen auch heute noch schwer, die für ein buntes und tolerantes Stadion kämpfen. Traditionell gestaltet das sich in der Kurve von Fortuna Düsseldorf anders: Neben den meisten Ultras, für die eine offene Kurve ein Essential darstellt, gibt es mit WarmUp95 auch einen sehr aktiven Fanclub. Einen Tag (31.07.2014) vor dem Saisonstart der Fortuna daher ein guter Zeitpunkt, mit Dirk Middeldorf zu sprechen. Einer der treibenden Köpfe hinter WarmUp95.

Wir treffen uns mit Dirk Mitten in Flingern. Seit 2010 ist er für WarmUp95 unterwegs. Dabei hatten es die rund 18 MItglieder des Clubs gar nicht darauf abgesehen, sich zu organisieren. Das wurde erst anders, als der Verein vor ein paar Jahren anfragte, ob es nicht so etwas wie eine organisierte Regenbogen-Community bei der Fortuna geben sollte.

Dirk, der Verein war also die treibende Kraft hinter Eurem Fanclub?

Dirk Middeldorf: Nein, die hatten schlicht gesehen, dass es sowas in anderen Städten schon gibt und haben dann ganz naiv  angefragt, warum hier noch nicht? Einige Verantwortliche bei der Fortuna fanden, das würde zu einem toleranten, offenen und durchaus auch eher links-orientierten Verein wie Fortuna passen. Man kann aber auch sagen: Hier war die Gründung eines solchen Fanclubs genau deshalb eigentlich gar nicht nötig.

Trotzdem habt ihr dann doch entschieden: es braucht dann doch einen schwul-lesbischen Fanclub!

Dirk Middeldorf: Naja, es war fast auch ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber dem Verein und der Stadt, das uns zur Gründung getrieben hat. Im Jahr vor der Gründung 2010 hatten Fortuna und die Stadt sehr gut mit den Organisatoren des Christopher Street Days kooperiert. Nur es gab da ein Problem: Der fand 2009 zeitgleich mit der Aufstiegsfeier in die zweite Liga statt. Ursprünglich war jedoch geplant, dass die CSD-Parade als genehmigte Demonstration zur gleichen Zeit am Rathaus vorbeiziehen sollte. Dass das eine Kollision mit unterschiedlichen Fortuna-Fans zur Folge gehabt hätte, war somit klar. Im kleinen Kreis haben wir dann darüber gesprochen, wie man das lösen kann. Kalle Wahle, der den CSD organisiert und bei uns Gründungsmitglied ist, hatte das schöne Beispiel von der hysterischen Schwuppe vor Augen, der ein Tropfen Bier auf die Federboa geflogen wäre. Er schlug deshalb vor, besser einen anderen Weg für die Parade zu wählen. Das wurde dann auch so gemacht. Seitdem war das Eis zwischen allen Beteiligten gebrochen. Klar hätten wir auf unser Demonstrationsrecht pochen können und die Polizei hätte einen Spalier für den CSD vor dem Rathaus machen müssen. Aber das wäre albern gewesen. Und wäre auch für uns als Community und unser Anliegen kontraproduktiv gewesen. Und tatsächlich war dieser Kompromiss der erste Auslöser für unsere Fanclub-Gründung, da alle Seiten so fair und gut miteinander gearbeitet haben.

Wie wurdet Ihr denn dann ein Jahr später, Mitte 2010, nach Eurer Gründung wahrgenommen?

Dirk Middeldorf: Wir hatten sehr schnell sehr gute Kontakte zum Supporters Club Düsseldorf, der in unserm Fall der klassische Brückenbauer war. Durch ihn sind wir in unserer Premieren-Saison auch zum ersten Mal überhaupt in die Support-Area gegangen. Wir waren sonst immer nur über das Stadion verteilt. Der SCD hat uns aber ein wenig „an die Hand genommen“ und uns auf die Fanordner hingewiesen, die wir ansprechen sollten, wenn’s Probleme gibt. Das war toll für uns. Wir sind da zwar nicht in Regenbogenfarben rumspaziert, aber am selben Tag wurde unser Fanclub auch im Stadionheft und -TV vorgestellt. Somit konnte dem ein oder anderen klar sein, wer wir sind. Deshalb waren wir zunächst auch etwas vorsichtig. Wir haben aber schnell gemerkt, es gibt in dem Stadion einen Bereich, in dem man sich wohlfühlen kann. Vom ersten Tag an! Und so sind wir in der Support-Area geblieben. Es waren nämlich – das müssen wir heute sagen – vielmehr die anderen Ecken im Stadion, wo wir das Gefühl hatten, dass es noch nicht so richtig in Ordnung sei.

Und das lief gut bis zu den Auseinandersetzungen in der Support Area im letzten Jahr?

Dirk Middeldorf: Das läuft immer noch gut. Wir gehören ja auch nicht zu den Gruppierungen, die sich im Stadion einen neuen Platz suchen mussten. Natürlich sprechen die [Dissidenti, Anm. d. Red.] unsere Themen ebenfalls an. Die hatten auch oft Aktionen gemacht, die zu mehr Toleranz und Respekt auffordern. Wir wurden daher dann angesprochen, was wir wieder gemacht hätten? Oft mussten wir jedoch sagen, dass wir das gar nicht waren, sondern die Ultras.

Weil Ihr auch gar nicht das Interesse habt, Queer-Themen groß ins Stadion zu bringen?

Dirk Middeldorf: Nein, im Vordergrund steht für uns erst einmal die Fortuna. Wir selbst gehen eigentlich nur ins Stadion, um Fortunen zu sein. Und wenn dann mal jemand mit seinem Freund oder seiner Freundin da ist, ist uns wichtig, dass die Leute nicht blöd angemacht werden. Sie sollen sich wie jedes andere normale Paar verhalten und auch mal küssen können. Du weißt natürlich als oftmals diskriminierte Minderheit ganz klar, wann Du Dich in der Öffentlichkeit zurücknimmst. Man kann auch kritisch sagen: Du zensierst Dich selbst. Ich mach einfach bestimmte Dinge nicht, weil es Ärger geben könnte. Und so ist das im Stadion leider auch. Insofern hatte auch noch nie einer von uns Schwierigkeiten. Das liegt aber auch daran, dass noch keiner von uns provokant in die Öffentlichkeit gegangen ist. Beeindruckt haben uns eher all die Sachen, die in der Kurve passierten. Nicht nur die Proteste gegen Homophobie sondern auch die gegen Missstände im Verein. Ich war zum Beispiel auch beeindruckt, dass gegen Air Berlin, immerhin einer der damaligen Hauptsponsoren des Vereines, Banner hochgehalten wurden, weil die an Abschiebeflügen viel Geld verdienen. Das finde ich berechtigt. Wir müssen uns als Fanszene herausnehmen dürfen, sehr kritisch und auch polemisch gegen Sponsoren anzugehen. Das heißt nicht, dass man sich gleich von einem Sponsor trennen muss, aber man muss ihn kritisch hinterfragen dürfen und da erwarte ich vom Vorstand, dass der die Fanszene nicht gleich verteufelt. Dass solche Aktionen hier in Düsseldorf immer wieder aus der Kurve kommen, finde ich klasse. Bei anderen Vereinen nehme ich das so nicht wahr.

Allerdings waren wir das erste Mal so richtig irritiert, nachdem bereits lose Kontakte zu einige politisch interessierten Fans bestanden, als es dann eine Choreografie gegen Homophobie gab, von der man uns im Vorfeld aber gar nichts verraten hatte.

Wer waren die Initiatoren der Aktion?

Dirk Middeldorf: Die kamen aus dem Ultra-Umfeld. Es war, soweit ich weiß, ein Gemeinschaftsaktion von F95.Antirazzista, Hypers, Kopfball Düsseldorf und den noch in der Neugründung befindlichen Dissidenti Ultras. Sie hatten kurzfristig die Möglichkeit bekommen, das bereits in vielen Stadien gezeigte Wander-Banner der Initiative Fußballfans gegen Homophobie zu zeigen und haben das in ein kleine Choreo eingebunden, bei deren Umsetzung auch alle im Block ganz selbstverständlich beteiligten. Im Nachhinein war das eine sehr erfolgreiche Choreo, denn die Bilder mit den eine Regenbogenfahne bildenden Luftballons werden auch heutzutage immer wieder in der Presse genutzt. Und damit auch immer wieder mit Fortuna verbunden.

Hat man Euch dann nur in der Eile des Gefechts übergangen?

Dirk Middeldorf: Eigentlich nicht. Mir war relativ schnell klar: Ultras fragen nicht, die machen einfach. Und so war das auch in diesem Fall. Da hieß es dann, man mache, weil ihnen diese Themen auch wichtig seien. Deshalb bräuchten sie auch gar nicht unsere Hilfe. Trotz allem sprechen wir natürlich auch immer noch regelmäßig miteinander.

Wie sind denn die Reaktionen, wenn Ihr trotzdem mal „Eure Themen“ etwas intensiver ansprecht?

Dirk Middeldorf: Wir wissen auch, dass es wichtig ist, Dinge nicht zu aggressiv anzugehen. Man muss sich auch immer Fragen, ist die Massivität, so aufzutreten den Problemen gegenüber angemessen? Hier in Düsseldorf jedenfalls nicht, weil sie hier einfach nicht so offensichtlich und gravierend sind. Nichts desto trotz wissen wir, dass selbst Fans, die nicht schwul oder lesbisch sind, als ebensolche beschimpft werden. Und spätestens da haben wir dann die Schwierigkeiten. „Schwul“ wird eben auch als Schimpfwort und Diffamierung gegenüber anderen Leuten genutzt.

Wie schwul-lesbisch-queer darf man denn öffentlich sein?

Dirk Middeldorf: Das ist die alles entscheidende Frage und die habe ich für mich selber noch nicht beantworten können. Die muss jeder für sich und auch für die Fanszene über Herantasten herausfinden. Und spätestens da würde sich auch zeigen, wie tolerant die Fanszene letztendlich ist. Ich zeige es nicht derart öffentlich, weil das nicht meine Art ist. Dennoch haben wir aber Banner, Fahne, und so weiter. Wenn das alles mal wie selbstverständlich in der Kurve hängen könnte. Aber wir hatten bisher noch gar nicht die Bestrebung, zu versuchen, die Banner aufzuhängen. Aber würden wir das machen, würden wir spätestens dann erkennen, wie es wirklich läuft.

Dabei haben wir ja in Düsseldorf in der letzten Saison sehr ausführlich die Diskussion führen dürfen, wie politisch das Stadion überhaupt sein darf…

Dirk Middeldorf: …alles was die Gesellschaft und das soziale Umfeld betrifft, gehört ins Stadion, weil es auch genau da stattfindet! Was nicht in Stadion gehört, ist Parteipolitik oder Partei-orientierte Politik. Ganz klar. Unter Politik kann ich viel, viel mehr zusammenfassen lassen. Alles, was der gesunde Menschenverstand fassen kann, ist Politik.

Sind denn da die Geschehnisse der letzten Saison, als es zwischen verschiedenen Fortuna-Gruppierungen nach dem Vorfall beim FSV Frankfurt zu Problemen kam, ein Rückschritt?

Dirk Middeldorf: Ich sehe es als Rückschritt, weil sie eine subjektiv wahrnehmbare, beklemmende Atmosphäre geschaffen haben. Ich muss sagen, das erste Spiel nach dem Vorfall in Frankfurt, als unser Block durch Leute aufgefüllt wurde, die vorher nicht da drin waren, hab ich mich das aller erste Mal in den ganzen Jahren unwohl gefühlt. Der ganze Block war plötzlich so hasserfüllt  – nicht auf den Gegner sondern auf eine andere Fangruppierung, die jetzt auf der anderen Seite des Stadions stand. Bis dato waren wir ja eine weitgehend diskriminierungsfreie Kurve. In der gegnerischen Mannschaft spielte zum Beispiel ein Schwarzer und die ungefaähr 20-Jährigen hinter mir grölten „Ey Du Neger, steh endlich auf!“. Da war ich echt erschrocken. Das konnte und wollte ich nicht glauben. Aber in den Spielen danach waren sie alle wieder weg. Gott sei Dank!

Dagegen hatten wir das Gefühl, dass sich auf der anderen Seite des Stadions eine gewisse Aufbruchstimmung bei den vertriebenen Dissidenti breit gemacht hatte?

Dirk Middeldorf: Ja, aber mag nur die äußere Wahrnehmung sein. Fragt sie doch am besten mal selbst, wie sie sich fühlen. Wie soll man sich fühlen, wenn man nicht mehr da im Block stehen kann oder soll, nämlich mitten drin in der Support Area, wo man Jahre lang die Fortuna unterstützte? Und wo auch jetzt noch viele Bekannte und Freunde stehen. Das ist bestimmt nicht schön. Sie werden nun klar ausgegrenzt. Und dieses Gefühl wirst Du ja auch nicht so einfach los. Aber wir gehen nicht aus Solidarität mit in die neuen Dissidenti-Blöcke 141/142. Wir bleiben in der Südtribüne, weil wir uns sagen: Die verbliebenen Fangruppen in der Support-Area sprechen sich weiterhin ganz deutlich gegen Diskriminierung aus. Wir schauen jetzt erstmal, wie sich das entwickelt.

Jetzt reden wir über Fanarbeit und Vereine, die sich klar positionieren. Auf der anderen Seite haben wir in Deutschland über den Daumen gerechnet 600 Profis. Egal, wo sich eine solche große Gruppe an Menschen findet, dass da Homosexuelle drunter sind, ist eigentlich klar. Hast Du das Gefühl, dass es für Spieler einfacher wird, sich zu outen oder werden wir das nicht mehr erleben?

Dirk Middeldorf: Ein Outing wird es dann geben, wenn ein Spieler das für sich für notwendig hält. Also zum Beispiel, dass er befreiter leben kann und gleichzeitig auch sicher ist, dass sein persönliches Umfeld die Folgen für ihn mitträgt. Erst dann wird er es machen. Wann das passieren wird, kann ich nicht sagen. Das hängt einzig und allein von der Persönlichkeit des Spielers ab. Zumal: Es gibt auch nicht „Das eine Coming Out“. Sondern jeder Schwule, jede Lesbe hat viele Coming Outs. Du hast es zum ersten Mal, indem Du Dich selber ausprobierst und dir deine Identität selbst eingestehst. Dann hast Du es bei den engsten Freunden, zum Beispiel in der Schule. Später vielleicht überlegst Du, dich auch im Job zu outen und dann überlegst Du noch einmal, wie Du in der Öffentlichkeit damit umgehst. Ich kann in der Firma mein Coming Out gehabt haben und mir diese Themen in der Kneipe trotzdem verkneifen, oder umgekehrt.

Und trotzdem gibt es Spieler, die noch nicht einmal im Ansatz so weit für sich sind?

Dirk Middeldorf: Dass es Spieler gibt, die alles versteckt haben, kann ich mir also gar nicht mehr vorstellen. Nämlich eines funktioniert definitiv in der schwul-lesbischen Szene: Wenn jemand prominent ist, hält die Community zusammen und die Klappe. Solange man sich als Promi natürlich nicht arschig oder sonstwie mies verhält. Aber bei den Profis kommt natürlich noch hinzu: Das sind Leistungssportler. Du hast einen sehr strukturierten Alltag um Dich herum. Es ist selbstverständlich, dass Du deine sexuelle Ausrichtung nicht in den Vordergrund stellst. Aber ab dem Zeitpunkt, an dem Du eine Person findest, mit der Du zusammen sein möchtest, und Du merkst, diese Person würde das auch aushalten, wenn du in die Öffentlichkeit gehst und Dich selbst erleichtert es, dann wird dieser Spieler in letzter Konsequenz erstmal ein besserer Spieler sein. Weil er befreiter aufspielen kann. Was er durchmachen muss, ist das, was Thomas Hitzelsperger jetzt durchgemacht hat. Wobei es bei ihm natürlich derart professionell vorbereitet war, wie bei kaum einen anderem Prominenten.

Insofern war Hitzlsperger ein guter erster Schritt?

Dirk Middeldorf: Ich würde sogar etwas anders sehen und fragen, was sein Outing gebracht hat? Für mich hatte das teilweise etwas Kontraproduktives. So gut Hitzelsperger das für sich nämlich aufgearbeitet hatte, besonders medial, verdient er absoluten Respekt. Die Medien aber haben das Thema so heftig durch den Blätter- und Onlinewald getrieben, dass es auch für uns fast schon zu viel war. Wir von den „Queer Football Fanclubs“ sind zum Beispiel ohne Ende mit Anfragen torpediert worden. Als wir einen Monat später mit unseren ersten Transparenten während die Olympiade in Sotchi um die Ecke kamen, mussten wir uns Sätze anhören, wie „Nicht schon wieder diese beschissene Anti-Homophobie-Nummer“. Und ja, mich würde es auch nerven, wenn ich bis zum Erbrechen von Themen höre, die mich nicht interessieren. Da muss man eine vernünftige Dosis finden. Die Medien haben durch die Übertreibung des Hitzeslperger-Coming-Outs für uns die Arbeit also fast wieder etwas schwieriger gemacht.

Was glaubst Du, warum die Medien sich neben den offensichtlichen Gründen – Quote und Blattverkauf – so auf das Thema gestürzt haben?

Dirk Middeldorf: Die Medien haben das Thema doch genauso hochtourig vorbereitet, indem sie vor dem Outing immer wieder so verzweifelt nach dem einen schwulen Spieler gesucht haben.

Warum ist es denn so wichtig, ob ein Spieler einen anderen Spieler abends Händchen haltend nach Hause begleitet?

Dirk Middeldorf: Oder wen auch immer… Es geht darum, dass ein Spieler irgendwann mal mit seinem Partner ganz selbstverständlich zu einer Weihnachtsfeier gehen kann. Und dass, wenn dann die Glamour-Bilder von der Feier veröffentlich werden, er dann mit seinem Partner da steht und dabei für die Fans keine Welt zusammenbricht.

Was kann man denn von Fußballern erwarten?

Dirk Middeldorf: Ich würde mir viel mehr wünschen, dass Fußballer zu Alltagsthemen klare Positionen und Kanten beziehen. Es hat immer wieder Fußballer gegeben, die so etwas machen – beispielsweise Ralf Gunesch vom FC Ingolstadt, der sich auch in den sozialen Netzwerken klar gegen jede Form der Intoleranz äußert und im September am Treffen der Queer-Football-Fanclubs in Nürnberg teilnehmen wird.

Glaubst Du, Euch als Fanclub, mit dem Oberthema, wird es in fünf Jahren noch geben? Wird man Euch noch brauchen?

Dirk Middeldorf: Das Thema selbst wird es mindestens noch eine Generation lang geben, weil gerade Diskriminierungs-Aspekte stecken noch immer in den Menschen, in der Generation drin und werden auch noch weiter gegeben. Und die Mehrheit der Menschen im Stadion und in der Gesellschaft sucht sich immer ihre schwarzen Schafe und da ist es einfach, sich eine Minderheit rauszupicken und auf der rumzuhacken. Also, das Thema wird nicht aussterben.

Das Interview führten Christoph Ullrich und Benedikt Walter.

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